Im
Jahre 1924 wurde der Wanderbund „Vergißmeinnicht“ in
„Mandolinen-Orchester Herringen“ umbenannt, weil das Wandern in den
Hintergrund trat und die Vereinsmitglieder lieber musizierten. Gitarren
waren von Anfang an immer als Instrumente dabei und die Mandolinen
ersetzten die zuerst mitbenutzten Geigen.
In
den Jahren danach wurde das Publikum durch die Massenmedien verwöhnt, das
Freizeitverhalten veränderte seine Strukturen und das Orchester musste sich durch besondere Programmgestaltungen das
Interesse der Zuhörerinnen und Zuhörer immer wieder neu gewinnen. Konzertverpflichtungen in die nahe und weitere Umgebung
gaben dem Orchester
einen neuen Aufschwung. Weitblickend wurde zwischenzeitlich ein
Jugendorchester gegründet, deren damalige Mitglieder teilweise heute noch
aktiv sind. Durch einzelne Jugendliche wurden in den siebziger Jahren gute
Plazierungen beim Wettbewerb "Jugend musiziert" erreicht. In einem internationalen Wettstreit in Holland belegte das
Mandolinen-Orchester-Herringen einen 1.
Platz von 18 Teilnehmern und bei einem weiteren Wettbewerb von 29 Teilnehmern
den 3. Platz. Ebenso wurde beim internationalen Wettbewerb in Koslar im Mai 2003
der
3. Platz erreicht.
Das
vielfältige Repertoire besteht aus mehr als 900 Musikstücken. Es reicht
von der Klassik über Oper, Operette bis hin zur Folklore, besinnlicher
Musik oder rasanten Rhythmen. Oft werden die Konzerte auch gemeinsam mit
Chören, Gesangs- oder Musiksolisten sowie anderen Mandolinenorchestern
durchgeführt. Auftritte mit zahlreichen Chören und die Konzertreisen nach Frankreich und
Italien waren sehr erfolgreich. Ein Höhepunkt war ein Konzert mit Ivan Rebroff aus Anlass des 100-jährigen Geburtstages vom Gesangverein
Konstantia im Kurhaus in Hamm.
Aber auch auf privaten Anlässen wird wie vor fast 90 Jahren aus "Freude
an der Musik" gekonnt aufgespielt. So musizieren auch heute noch 25
Mitglieder mit den Zupfinstrumenten Mandoline, Mandola, Gitarre und dem
Streichinstrument Kontrabass. Neben der neapolitanischen Mandoline werden
überwiegend „Hübert“-Instrumente benutzt. Dabei handelt es sich um
in Handarbeit gebaute Mandolinen nach dem Vorbild der russischen Domra.
Durch diese Kombination haben die Gestaltungsmöglichkeiten des Orchesters
an Breite gewonnen. Der liebliche Klang des italienischen Instrumentes und
der etwas herbere und stärkere Ton der „Hübert“-Mandoline geben die
Möglichkeit, die Klangfarbe dem Charakter der verschiedenen Musikstücke
anzupassen.
Nachwuchs ist im Orchester
weiterhin herzlich willkommen. Zu den Proben, die jeden Dienstag in der Aula der Friedrich-Ebert-Realschule
in Hamm, Auf dem Hilkenhol 1-3,
um 19:30 Uhr stattfinden, wird jeder Neuankömmling eingeladen, einmal reinzulauschen um vielleicht bei
Gefallen mitzumachen. Ein Ansprechpartner bei musikalischen Fragen ist
Thorsten Jaschkowitz der
seit 1995 das Orchester leitet, zu erreichen unter 02599-759396.